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The Technomancer Test-Bericht

Offizielle Links:

Spiel: The Technomancer (Steam)
Entwickler: Spiders (Steam) | Verleger: Focus Home Interactive (Steam)

Offizielles Video:

Test-Bericht zum PC-Spiel

The Technomancer

Datum: 13. Juli 2016 | Autor: Hellfire

The Technomancer
The Technomancer

Hintergrund

Nach den beiden Spielen Mars: War Logs und Bound By Flame bringt das Entwickler-Team unter dem Namen Spider mit The Technomancer ein weiteres Rollenspiel, das wie schon Mars: War Logs zuvor auf dem Mars und in einer dystopischen Zukunft, in der der Kontakt zur Erde abgebrochen und der Kampf um die spärlichen Wasserreserven blutiger Alltag geworden ist, spielt. Wir klären in unserem Kurz-Test, wie sich The Technomancer schlägt und präsentiert und welchen Erwartungen und Ansprüchen das neue Rollenspiel gerecht werden kann.

Spielerfahrung

The Technomancer bietet als Rollenspiel alle grundlegenden Eigenschaften, die Spieler an einem Rollenspiel mögen und die sie von einem solchen auch erwarten: Wir erstellen beziehungsweise individualisieren unseren Charakter, entwickeln diesen weiter, treffen auf unserem Weg durch die Spielwelt auf die unterschiedlichsten Charaktere, sowie Fraktionen, müssen Entscheidungen treffen und uns im Kampf gegen andere Menschen, kräftige Mutanten und teils große Monster bewähren. Selbstverständlich erkunden wir auch jede Ecke, plündern alle Truhen, Behälter, Schutthaufen und Leichen und sammeln dabei jeden nützlichen Gegenstand ein, um genug Material, das wir verwerten oder verkaufen können, zu finden und unsere Ausrüstung zu verbessern. All diese Kern-Elemente setzt das Spiel in befriedigender Art und Weise um, ohne es dabei mit einem Aspekt zu übertreiben beziehungsweise zu weit in die Tiefe zu gehen. Auf der einen Seite sorgt das dafür, dass das Spiel als solches ausgeglichen erscheint und der Spiel-Fortschritt relativ zügig zu meistern ist, ohne dabei zu anspruchsvoll und zu komplex zu werden. Auf der anderen Seite mag das Spiel dadurch vielleicht etwas an Potential verschenken und vielleicht nicht jeden Spieler vollkommen zufriedenstellen.

Das beginnt eventuell bereits bei der Erstellung des eigenen Charakters, denn hier kann nur das männliche Geschlecht ausgewählt werden, obwohl es im Spiel sehr wohl auch weibliche Charaktere gibt. Außerdem geht die Charakter-Erstellung nur unwesentlich in das Detail, wenn es beispielsweie um das Gesicht oder die Frisur geht. Sonderlich viele Anpassungs-Möglichkeiten darf der Spieler hier nicht erwarten. Im Gefecht gegen die Widersacher zeigt sich zudem, dass auch das Kampf-System relativ einfach gehalten ist und vom Gefühl her nicht ganz die Dynamik, die man vielleicht aus einem Batman-Spiel oder aus Remember Me kennt, entfalten kann. Im Kampf wechseln wir per Tastendruck zwischen drei Stilen mit verschiedenen Schwerpunkten, so konzentrieren wir uns entweder auf das effektive Blockieren und schnelle Kontern, auf möglichst großflächigen Schaden, der mehrere Gegner gleichzeitig trifft, oder auf schnelle Angriffs- und Ausweich-Manöver mit einer Nahkampf-, sowie einer Fernkampf-Waffe. Zudem setzen wir Elektrokräfte, die unseren Technomancer auszeichnen, ein. Effektive und eindrucksvolle Kombinationen, die eine bestimmte Reihenfolge beziehungsweise eine feste Folge von Tastendrücken erfordern, gibt es hier allerdings ebenso wenig wie dichte Kamera-Einstellungen, die einzelne Angriffe besonders stark in Szene setzen. In diesem Zusammenhang muss eventuell auch kritisiert werden, dass The Technomancer nicht über Gore-Effekte verfügt und das Geschehen dadurch recht harmlos, wenn nicht sogar schon etwas stumpf, wirkt. Obwohl die Aufmachung eigentlich einen blutigen Alltag verspricht, ist von Blut, sowie auch von Zerstückelungen, nichts zu sehen. An diesem Umstand mag sich sicherlich nicht jeder Spieler stören, manche Käufer mögen es aufgrund einer entsprechend niedrigeren Alterseinstufung auch begrüßen, doch gerade bei einem solchen Spiel, das ein post-apokalyptisches Szenario skizzieren möchte, könnte es zu einer eindringlicheren Erfahrung beitragen und dem Spiel damit einen gewissen Schliff verleihen, ohne es mit der Gewalt und Brutalität übertreiben zu müssen.

Die für den Kampf maßgebenden Attribute, wie die der Rüstungen und Waffen, sowie der jeweiligen Charakter-Fähigkeiten, sind im gleichen Maße wie die üblichen Mechaniken überschaubar. Rüstungen und Waffen, sofern wir diese nicht finden oder kaufen, können wir an häufig vorzufindenden Werkbänken mit aufgesammelten Materialien in bestimmten Bereichen (zum Beispiel beim kritischen Schaden) und in wenigen Stufen, verbessern. Ähnlich verhält es sich mit den Charakter-Fähigkeiten. Die verschiedenen Eigenschaften können in recht kurzen Fähigkeits-Bäumen mit unterschiedlichen Schwerpunkten hochgestuft werden und weisen sowohl aktive als auch passive Fähigkeiten, die uns unter anderem bei der Bewältigung von Missionen helfen können, auf. Die für den Aufstieg notwendigen Punkte erhalten wir mit Level-Fortschritt, welcher von den gesammelten Erfahrungspunkten abhängt. Eben ganz so, wie man es von einem Rollenspiel kennt und erwartet. Die Entwicklung des Charakters hat aber nicht nur einen Einfluss auf den Kampf, sondern wie bereits erwähnt auch auf die Bewältigung von Missionen und auf die zur Verfügung stehenden Dialog-Optionen mit unterschiedlichen Erfolgs-Aussichten, ähnlich, wie man es von Fallout oder Mass Effect kennt. Beispielsweise können wir Wert auf Charisma legen und versuchen Konflikte gewaltfrei zu lösen. Kommt das beim Gegenüber nicht an, müssen wir ihm anders auf die Sprünge helfen.

An dieser Stelle erwähnen wir zudem, dass im Kampf ausgeschaltete Gegner nicht zwangsläufig getötet werden müssen. Hier haben wir nämlich in der Regel die Wahl, ob wir unsere Kontrahenten ausbluten lassen möchten oder nicht. Dies spielt insbesondere bei menschlichen Gegnern eine Rolle, da das Ausbluten sowohl einen Vorteil, als auch einen Nachteil hat. Töten wir unseren Gegner, so verlieren wir Karma, gewinnen aber Serum, das als Währung auf dem Roten Planeten dient. Ob wir unseren Gegner nun ausbluten lassen oder nicht, plündern können wir ihn in den meisten Fällen trotzdem, außer, er hat nichts dabei.

Neben solchen kleineren Entscheidungen und entsprechenden Dialog-Optionen bauen wir mit unserem Charakter seinen Ruhm und seine Beziehungen zu den jeweiligen Charakteren und Fraktionen im Spiel aus oder eben nicht. Wir haben öfter die Möglichkeit uns zu entscheiden auf welcher Seite wir stehen oder einen eher zwielichtigen Charakter zu spielen und ebenso zwielichtige Gestalten in ihren Vorhaben zu unterstützen. Dies gilt sowohl für die Haupt- als auch die Neben-Missionen, die übrigens in ausreichender Anzahl und mit verhältnismäßiger Abwechslung gegeben sind.

Präsentation

Mit ebenso verhältnismäßiger Abwechslung präsentiert uns The Technomancer neben seiner Missions-Gestaltung seine post-apokalyptische Spielwelt. So laufen wir auf dem Roten Planeten zum Beispiel durch Wüsten und Höhlen, durch Siedlungen mit Bars, Märkten, Slums und Untergründen, durch industrielle Ruinen und Gebäude mit Werkstätten und Lagerräumen oder durch einen durch Terra-Forming geschaffenen Dschungel. Allerdings wiederholen sich die Wege, wie bei den meisten Rollenspielen, teils mehrfach, sodass man dann auch wieder auf die gleichen Gegner trifft. Dass sich während dem Durchschreiten die Tages-Zeit ändert, macht sich jedoch nur kaum bemerkbar, da der Blick auf den Himmel weitestgehend verdeckt ist und die Beleuchtung allgemein recht düster ausfällt. Insgesamt trägt die geschaffene Kulisse zur ansich stimmigen Atmosphäre bei. Das kann man von der musikalischen Untermalung nicht zwingend behaupten, das ist aber natürlich von der subjektiven Wahrnehmung abhängig. Die Hintergrund-Musik in den Menüs empfinden wir als nicht ganz so passend. Die Musik im Spiel selbst gefällt uns schon etwas besser, ist unserer Meinung nach trotzdem kein Meisterwerk und hält sich ohnehin ziemlich zurück. Sämtliche Dialoge sind dafür voll synchronisiert, wenn auch nur in englischer Sprache (die Text-Ausgabe beziehungsweise die Untertitel sind vollständig auf Deutsch). Dass die Mimiken und Gestiken dabei etwas steif ausfallen, ist zwar wiederum etwas bedauerlich, stört aber im Verhältnis zum restlichen Spiel nicht mehr als die anderen genannten Kritikpunkte. Letzteres fällt zum Beispiel bei Risen 3: Titan Lords auch nicht wesentlich besser aus und das ist unserer Ansicht nach trotzdem ein gutes Spiel.

Von The Technomancer darf man keine Grafik-Referenz erwarten. Nicht nur die Animationen bleiben etwas hinter den heutigen Ansprüchen zurück, auch etwas die Grafik selbst. Dies drückt sich beispielsweise durch teilweise recht polygonarme Objekte, spärrliche Details und verhältnismäßig schwache Effekte aus. Während die Texturen auf höchster Stufe überwiegend einen ordentlichen Eindruck vermitteln, mangelt es bei den Schatten und der Umgebungs-Verdeckung an Qualität. Schatten, gerade die, die auf Charaktere geworfen werden, wirken oft gerastert. Hochwertiges HBAO+ kommt ebenso wenig zum Einsatz wie andere modernere Grafik-Effekte, die für eine glaubhaftere und lebendigere Spielwelt sorgen könnten. Angesichts der Leistung verwundert uns die nicht ausgereizte Grafik jedoch nicht, denn herausragend fällt diese nicht aus. Hier leisten einige andere Spiele, die teils deutlich besser aussehen, im Verhältnis mehr (selbst auf unserem Test-System, siehe unten). Allerdings sieht The Technomancer insgesamt durch seine verhältnismäßig abwechslungsreiche Gestaltung gut genug aus, sodass man durchaus mit der Optik zufrieden sein kann, wenn man nicht all zu hohe Ansprüche hat und nicht auf jedes Detail genau achtet. Wer jedoch vorhat, das Spiel in einer Auflösung höher als Full-HD zu spielen, sollte über aktuelle Hardware verfügen, um The Technomancer flüssig spielen zu können, ohne deutliche Abstriche hinnehmen zu müssen. Neben den gewissen Defiziten fällt der sonstige technische Zustand robust aus, so sind uns zum Beispiel keine spielbrechenden Fehler oder Abstürze untergekommen. Das muss natürlich positiv hervorgehoben werden.

The Technomancer
The Technomancer

Einschätzung

Wer ein eher klassisches Rollenspiel erwartet, ist mit The Technomancer nicht unbedingt falsch beraten, denn in den Kernaspekten erweist sich The Technomancer durchaus als solide und robust. Wem Mars: War Logs und Bound By Flame bekannt sind und wer an diesen Spielen bereits Gefallen funden hat, wird vermutlich auch mit The Technomancer seine Freude finden. Vielleicht ist das Spiel sogar für diejenigen eine Überlegung wert, die das Spielprinzip von Dark Souls mögen, denn The Technomancer hat kleine Parallelen, so kommt es zum Beispiel im Kampf darauf an die Gegner in ihrem Verhalten genau zu beobachten und entsprechend gegen diesen zu agiieren, sonst ist man schnell niedergestreckt, denn einfach nur Draufhauen funktioniert meistens nicht. Nur leider geht es, wie bereits im Artikel ausgeführt, nicht einen kleinen Schritt weiter, um noch etwas mehr Tiefe und Intensität zu vermitteln. Hier hätten schon Kleinigkeiten einen nennenswerten Unterschied ausmachen können, zum Beispiel reichhaltigere Materialien und damit verbunden umfangreichere Modifizierungen von Rüstungen und Waffen, ein vielleicht gefühlt noch etwas dynamischeres und etwas anspruchsvolleres Kampf-System, gegebenenfalls mit deutlicher hervorgehobenen Spezial-Attacken, Blut- und Zerstückelungs-Effekten, so martialisch letzteres vielleicht auch klingen mag. Angesichts der aktuell erhältlichen Spiele sticht The Technomancer nicht unbedingt durch seine Präsentation heraus, auch nicht unbedingt durch seine Spielerfahrung, dafür aber durch seine Kulisse und Handlung, die es teils ansehnlich und mit kurzen Zwischen-Sequenzen aufzieht, und durch ausreichend gebotene Abwechslung und Beschäftigung. Wer gerne und viel Rollenspiele aller Art spielt und noch nicht genug Beschäftigung gefunden hat, dem können wir wahrscheinlich auch The Technomancer nahelegen. Wer jedoch höhere Ansprüche an ein Rollenspiel stellt und zum Beispiel das Niveau von Mass Effect, The Elder Scrolls oder The Witcher sucht, für den dürfte vielleicht der Reiz und die Motivation fehlen, The Technomancer zu spielen, denn mit diesen Größen kann das Spiel trotz seines ähnlichen Preises in verschiedenen Belangen nicht ganz mithalten. Das muss es unserer Meinung nach aber auch nicht zwingend. Denn dafür hat der geringere Umfang und die einfachere Struktur auch den Vorteil einer kürzeren, aber immer noch stattlichen Spielzeit, sodass man das Spiel gut zwischendurch als Alternative spielen und bewältigen kann.

Test-System:

Microsoft Windows 10 (64 Bit)
Intel Core i5-3570K (4,2 GHz)
NVIDIA GeForce GTX 680 (2048 MB)
16 GB DDR3-RAM (1600 MHz)
ASUS P8Z77-V (Intel Z77)
Samsung SSD 830 Series

Offizielle Bilder:

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