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Kingdom Come: Deliverance Test-Bericht

Offizielle Links:

Spiel: Kingdom Come: Deliverance (Steam) | Entwickler: Warhorse Studios (Steam)

Offizielles Video:

Test-Bericht zum Rollen-Spiel

Kingdom Come: Deliverance

Datum: 13. April 2018 | Autor: Hellfire

Hintergrund

Kingdom Come: Deliverance ist ein Rollen-Spiel des unabhängigen Entwickler-Teams Warhorse Studios aus Tschechien. Dank über 35.000 Unterstützer, die insgesamt fast 1.3 Millionen Euro über eine Schwarm-Finanzierung beitrugen, konnte der Titel erfolgreich verwirklicht werden. Wir haben uns Kingdom Come: Deliverance ausführlich in der auf Steam erhältlichen PC-Version angesehen und werden nachfolgend auf die Stärken und Schwächen in gewohntem Umfang zu sprechen kommen.

Handlung

Das im 15. Jahrhundert zeitlich handelnde Rollen-Spiel führt den Spieler auf eine mit Abenteuern gespickte Reise ins Heilige Römische Reich, genauer gesagt nach Böhmen. Um den tragischen Mord der Eltern des Protagonisten namens Heinrich, dem Sohn eines Schmieds, zu rächen, steht der Spieler feindlichen Horden, die in das Land einfallen, gegenüber und trifft für den Verlauf des Spiels richtungsweisende Entscheidungen.

Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance

Spielerfahrung

Allen Freunden des Genres werden Spiele, wie zum Beispiel The Elder Scrolls V: Skyrim und The Witcher 3: Wild Hunt, wahrscheinlich vertraut sein. Kingdom Come: Deliverance reiht sich neben diesen Größen ein und bietet dabei einige Merkmale, die wir aus den genannten Spielen nicht nur kennen, sondern auch so mögen, dass wir zahlreiche Stunden in der Spiel-Welt verbringen können. Zwar steckt hinter Kingdom Come: Deliverance kein großer Name, wie zum Beispiel Bethesda Game Studios oder CD Projekt RED, doch auch mit eher knapper bemessenen Finanzen gelingt es den Entwicklern von Warhorse Studios ein typisches Rollen-Spiel zu etablieren.

Der spielerische Schwerpunkt liegt bei Kingdom Come: Deliverance, anders als bei den meisten anderen Vertretern, auf Realismus. So fordert hier das Kampf-System echtes Waffen-Talent ab, anstatt uns zum Beispiel mit allen Künsten der Magie in kürzester Zeit durch ganze Horden von Gegnern zu kämpfen und ein einziges Schlachtfeld zu hinterlassen. Damit definiert sich zeitgleich der Anspruch des Spiels, denn einfach gestaltet es sich dadurch erst einmal nicht. Jeder Schlag oder Versuch zu Blocken muss gut abgestimmt werden, sonst erleidet unser Protagonist bereits nach nur wenigen eingesteckten Treffern den virtuellen Tod. Und ähnlich wie zum Beispiel in The Elder Scrolls V: Skyrim verbessern wir die Kampf-Fertigkeiten genau durch den Kampf selbst. Dies gilt auch für die anderen Bereiche, die in einem Rollen-Spiel oft zum Tragen kommen, wie zum Beispiel die Alchemie oder Redekunst. Wir lernen und verbessern es, indem wir es anwenden. Im Verlauf der Handlung und während des Erkunden der Spiel-Welt stoßen wir zudem auf Ausbilder, die uns bei der Entwicklung weiterhelfen, oder finden Bücher, die unser Wissen und damit auch das Können erweitern. Die Erfahrung, die wir als Spieler mit unserem Protagonisten sammeln, erstreckt sich dabei in den einzelnen Kategorien über 20 Stufen, in denen wir jeweils eigene Fähigkeiten, teilweise auch mit einer Kehrseite, wählen und freischalten können.

Grundsätzlich ist der Spieler in Kingdom Come: Deliverance gut beraten, sich vorzubereiten, um den Gefahren gewappnet zu sein. Aber auch genau das macht neben anderen Aspekten unserer Meinung nach den Reiz eines solchen Rollen-Spiels aus und so ist es nicht verwunderlich, dass wir abseits der Haupt-Handlung viel Zeit damit verbringen, aus unserem Burschen einen wahrhaften Ritter mit stattlicher Rüstung und dem schnellsten Pferd, das das Spiel zu bieten hat, zu machen.

Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance

Zwar bietet Kingdom Come: Deliverance insgesamt nicht den vielleicht schon manch einem Spieler zu üppigen Umfang an Neben-Missionen oder sammelbaren Objekten wie zum Beispiel ein The Elder Scrolls V: Skyrim, dennoch bietet die durchaus großzügige und offene Spiel-Welt ausreichend Raum und Interaktion, um dem Spiel gerecht zu werden. Einen nennenswerten Stellenwert haben hierbei auch die Missionen, die Heinrich zum Beispiel zum Dieb erziehen. Natürlich steht es dem Spieler frei, moralisch verwerfliche Aufträge abzulehnen, doch verwehrt er sich diesen, beraubt er sich durchaus lohnenswerten Spiel-Inhalten, die nicht nur unterhalten und beschäftigen, sondern auch das Voranschreiten erleichtern können. Daher spricht aus unserer Sicht eigentlich nichts dagegen, sondern viel mehr dafür, auch solche Aufträge wahrzunehmen, zumal es keine wirklichen, schwerwiegenden Nachteile zur Folge hat. Wer zudem die Spiel-Welt nicht erkundet, keine Schatzkarten findet und liest und somit keine Truhen mit wertvollen Gegenständen aushebt, der wird es bei den teuren Preisen für Waffen und Rüstung, sowie Reparaturen, eher schwer haben, über die Runden zu kommen. Doch wer das Spiel voll auskostet, hat es fast schon zu leicht, denn dadurch, dass man fast alles finden oder auch stehlen kann und die Händler leider selten etwas haben, was die hohen Anschaffungskosten im Vergleich zu den möglichen Fundstücken rechtfertigt, kann man schon nach einigen Stunden ziemlich reich sein und hat dann im Rucksack unter anderem auch genügend Tränke (zum Beispiel, um jederzeit manuell speichern zu können).

Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance

In Kingdom Come: Deliverance stecken die für ein Rollen-Spiel tragenden Elemente, inklusive kleiner Mini-Spiele und zufällige Ereignisse, ohne diese für das Erste voll auszureizen. Das heißt auch, dass Kingdom Come: Deliverance noch einiges an Potential, das zum Beispiel durch künftige Download-Inhalte ausgeschöpft werden könnte, besitzt. Der eine oder andere Spieler, der zum Beispiel die Größe eines The Witcher 3: Wild Hunts zu schätzen weiß und das auch von Kingdom Come: Deliverance erwartet, wird vielleicht den Eindruck gewinnen, dass es zumindest zur Zeit noch etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Einen wirklichen Grund zur Enttäuschung gibt es aber, wenn man uns fragt, nicht, denn das Spiel bietet genug, um auf seine Kosten zu kommen und eine Spiel-Zeit von über 100 Stunden ist locker möglich, wenn auch nicht zwingend.

Wie wir persönlich finden, bietet Kingdom Come: Deliverance seinen eigenen Charme und mitunter den einen oder anderen lustigen Moment, der uns auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben wird. Denn ab und zu geht es im Spiel abenteuerlich und durchtrieben zu, zum Beispiel nach einem geselligen Abend in einer Kneipe...

Die Handlung und Erzählung wird stetig durch verhältnismäßig kurze, aber prägnante Sequenzen begleitet und durch Dialoge mit einer gewissen Entscheidungs-Freiheit aufgebaut. Wobei es gelegentlich das eine oder andere eingespielte Video in leider etwas schlechterer Bild-Qualität gibt, also nicht immer alles in Echtzeit in Szene gesetzt wird. Damit kommen wir jetzt schon auf die Präsentation und deren Stärken und Schwächen zu sprechen.

Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance

Präsentation

Die offene Spiel-Welt in Kingdom Come: Deliverance orientiert sich an originalen Gegebenheiten, bildet diese aber nicht als exakte Kopien ab. Daraus resultiert eine glaubhafte Spiel-Welt, die ähnlich wie das mittelalterliche Böhmen gestaltet ist und uns mit ihrer Natur und ihren Dörfern und Burgen zu gefallen weiß. Hinter dem Spiel steckt die CryEngine, die sich als Gerüst bewährt und so zum Beispiel auch einen schönen Tag- und Nacht-Verlauf zur Geltung bringt. Zwar setzt Kingdom Come: Deliverance mit technischen Raffinessen keine neuen Maßstäbe, doch insgesamt wirkt das Spiel mit seiner geschaffenen Umgebung und Stimmung überzeugend. Wer es genau nimmt, der wird sich vielleicht noch das eine oder andere Detail mehr in der Spiel-Welt oder zum Beispiel eine höhere Detail-Distanz und noch besser aufgelöste Texturen wünschen, denn genau wie das unter anderem verfügbare HD-Texturen-Paket, bleibt das Spiel auch hier etwas hinter seinen technischen und gestalterischen Möglichkeiten. Das trifft auch ein wenig auf die Leistung zu, die für das visuell Geschaffene durchaus etwas performanter ausfallen könnte, aber in unserem Test (siehe unser System am Ende des Berichts), kein ernsthaftes Problem darstellt. An dieser Stelle möchten wir auch darauf aufmerksam machen, dass es anzuraten ist, die Auslagerungs-Datei von Windows nicht auszustellen und nicht zu knapp zu bemessen, da dies bedingt durch die Engine eine Fehler-Quelle für Abstürze darstellen kann.

Die akustische Kulisse und musikalische Untermalung fügt sich gut in den Gesamt-Eindruck ein, so macht es gleich noch mehr Spaß, zum Beispiel in die ansehnlichen Wälder zu ziehen und dem Vogelgesang zu lauschen. Weniger gut fügen sich allerdings die an sich hochwertigen Aufnahmen der Synchronsprecher ein, denn auffallend oft passt die Lippen-Synchronisation nicht und auch die eingeblendeten Untertitel weichen, wenn auch nicht sinngemäß, häufiger vom originalen Wortlaut ab. Über ersteres muss man wohl hinwegsehen können, auch, wenn das vielleicht nicht jedem leicht fällt. Aber immerhin sind die Mimiken, anders als zum Beispiel in Mass Effect: Andromeda, gelungen. Über letzteres muss man sich auch nicht zwangsweise stören, da man in der Regel kaum auf beides achtet, wenn man schon die Untertitel in der selben Sprache einblendet. Dass zudem die in Dialogen und Szenen eingeblendeten schwarzen Balken oben und unten stören können, ist vielleicht subjektiv, wir würden uns jedoch wünschen, dass das Bild-Format durchgehend gleich bleibt.

Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance

Steuerung

Wir haben Kingdom Come: Deliverance am PC mit Maus- und Tastatur gespielt und haben mit dieser Methode keine nennenswerten Probleme, auch, wenn es immer das eine oder andere kleine Detail gibt, was eventuell verbessert werden könnte. Das Kampf-System, in das das Spiel den Spieler einführt, geht nach etwas Eingewöhnung an und für sich einfach von der Hand. Manch eine gewünschte Aktion könnte man vielleicht aber noch gezielter setzen, beispielsweise, wenn es um bestimmte Bewegungen zum Blockieren oder Abwehren geht. Die speziellen Angriffs-Muster beschränken sich auf erst zu erlernende Kombinationen. In etwa gleicht die Steuerung, verbunden mit dem Kampf-System, dem von Ubisofts For Honor. Mit der Maus steuern wir die Haltung der Waffe und bestimmen welchen Körperbereich wir mit der spitzen oder stumpfen Waffenseite angreifen oder verteidigen. Hinzu kommen noch Bewegungen zum Ausweichen. Dabei wirkt das Spiel, wie bereits erwähnt, authentisch und realistisch. Ein schnelles Wegrollen, wie zum Beispiel in The Witcher 3: Wild Hunt, gibt es also nicht. Genauso wenig gibt es Aktions-Tasten, um beispielsweise einen Schutz- oder Angriffs-Zauber zu beschwören und auch Tränke zur Gesundheits-Regeneration können wir während eines Kampfes nicht einnehmen.

Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance

Abschließende Zusammenfassung

Allen Spielern, die vergleichbare Genre-Vertreter gerne gespielt haben und die etwas Neues suchen, sei Kingdom Come: Deliverance unsererseits empfohlen. Zwar gibt es das eine oder andere Detail, was im Spiel noch besser funktionieren oder aussehen könnte, was das Spiel noch weiter beleben und von den Aktionen und der Handlung erweitern könnte, doch wir sind uns sicher, dass manches noch kommen wird und sich bis dahin auf jeden Fall schon die Anschaffung bezahlt macht. Wenn Warhorse Studios konsequent an Kingdom Come: Deliverance weiterentwickelt und neue Download-Inhalte bringt, in ein paar Jahren eventuell sogar einen großen, neuen Nachfolger veröffentlicht, könnten wir uns durchaus vorstellen, dass spätestens dann selbst die im Test genannten Referenzen mindestens erreicht, wenn nicht sogar übertroffen werden können. Hoffen wir an dieser Stelle also, dass sich auch ein finanzieller Erfolg für das Team hinter dem Spiel abzeichnet und sie genügend Unterstützung erfahren, um gesteckte Ziele ehrgeizig verfolgen zu können. Unserer Meinung nach hat Kingdom Come: Deliverance die Aufmerksamkeit verdient und stellt ein grundsolides und für alle Mittelalter-Freunde interessantes Spiel, das sich gegenwärtig nicht hinter anderen Titeln verstecken muss, dar. Wir persönlich freuen uns über alles, was im Namen von Kingdom Come künftig kommen mag, solange Warhorse Studios nicht alles umkrempelt, denn ausgehend von Deliverance ist aus unserer Sicht eigentlich eine bereits gesunde Grundlage geschaffen worden und rundet man diese noch etwas mehr und tiefgründiger ab und wertet sie mit dem einen oder anderen Element auf, steht der potentiellen Serie vermutlich eine großartige Zukunft bevor.

Test-System:

Microsoft Windows 10 Pro (64 Bit),
Intel Core i7-6700K (4200 MHz),
NVIDIA GeForce GTX 1070 (8 GB),
16 GB DDR4-RAM (3200 MHz),
MSI Z170A-G43 PLUS (Intel Z170),
128 GB Samsung SSD 830 Series,
1 TB SanDisk Ultra 3D SSD (SATA),
1 TB SanDisk X400 SSD (SATA)

Offizielle Bilder:

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