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Betrayer (Seite 1)

Testbericht zum Action-Abenteuer

Betrayer

Datum: 06. April 2014 | Autor: Hellfire

Vorwort

Das Action-Abenteuer Betrayer, das aktuell für 19,99 Euro auf Valves Plattform Steam erhältlich ist, verspricht zunächst ein unverbrauchtes Szenario, das sich vornehmlich schwarz-weiß präsentiert, zum Entdecken seiner Geschichte und Gebiete einlädt und dabei dem Spieler ermöglicht, möglichst unauffällig vorzugehen und die Gegner hinterrücks auszuschalten. Wir haben uns das Indie-Spiel angesehen und werden in gebotener Kürze darauf zu sprechen kommen, ob sich das potentiell interessante Spiel bewährt.


Betrayer

Bedrückende Stimmung

Schon beim ersten Blick auf das veröffentlichte Material, wird dem geneigtem Spieler die besondere Gestaltung des Spiels auffallen. Die Welt präsentiert sich fast durchgehend schwarz-weiß, nur die roten Farbanteile werden als Akzente hervorgehoben. Dieses stilistische Mittel, das in dieser Ausprägung recht ungewöhnlich für ein Spiel ist, unterstützt den Charakter des Spiels, die Stimmung wirkt bedrückend. Betont wird dies zudem akkustisch. Der Spieler fühlt sich wie in einer fremden Welt. Es gibt keine Musik, nur das Rauschen des Windes durch die Blätter, Vogelgesang, sowie das Zirpen von Insekten - und die grunz- und fauchartigen Geräusche der befremdlich wirkenden Gegner, die in der gesamten Spielwelt patrouillieren. Übrigens: Die regelmäßigen Windböen können wir auch zu unserem kurzen Vorteil nutzen und uns rascher ungehört den Gegnern nähern.

Verlassene Kolonie

Betrayer versetzt den Spieler in die frühe Kolonialzeit. Gestrandet und zunächst mit einem Bogen bewaffnet, machen wir uns auf den Weg, die Landschaft zu erkunden, dabei begegnen uns dämonische Wesen und eine rätselhafte Dame im roten Gewandt. An der ersten Siedlung angekommen, finden wir die Überreste einer verlassenen britischen Kolonie vor. Einige zu Aschesäulen erstarrte, ehemalige Bewohner machen uns neugierig auf das, was hier wohl vorgefallen ist. Ohne konkrete Anweisungen suchen wir in der relativ weitläufigen Spielwelt nach Hinweisen, die wir in Form von Notizen, Gräbern, vergrabenen Gegenständen und Geistern vorfinden. Die Geschichte vermittelt sich uns also in Stücken. Langsam fügen wir die Informationen zusammen und erschließen, welche Ereignisse sich abgespielt haben.


Betrayer

Zwischen zwei Welten

In jedem größeren Abschnitt gibt es ein Dorf, das mit einer Glocke auf uns wartet. Lassen wir diese erklingen, verschlägt es uns in eine noch dunklere Welt. Bei Nacht wandern unter anderem Skelette und fliegende Schädel umher. In dieser Welt können wir mit Hilfe eines Hörsinnes Schreie vernehmen, diese dienen als akustische Wegweiser, die uns zu Totems und Geister führen. Während wir die Geister befragen und ihre Rätsel lüften und sie so von ihrem Schicksal erlösen, entfernen wir mysteriöse Schatten, die aufgestellte Pfeiler und Truhen verschließen, indem wir die in diesem Bereich aufgetauchten Gegner nacheinander ausschalten. Erst, wenn wir alle Rätsel eines Gebiets gelüftet haben, öffnet sich ein Tor zum nächsten Abschnitt.

Bis zum Ende

Im Spiel begegnen uns relativ wenige Arten von Gegnern. Überwiegend bekämpfen wir dämonartige Wesen, die uns mit Pfeil- und Bogen, sowie Pistolen und Musketen begegnen. Wir selbst verfügen über die gleichen Waffen, die wir durch die erlegten Gegner erlangen oder alternativ an einem Stand im Dorf erwerben können (auch die entsprechende Munition, die knapp bemessen ist). Leider verfliegt hier nach einer gewissen Zeit etwas der Reiz am Spiel, da sich das Spielgeschehen in allen Abschnitten nur allzu gleich wiederholt und die Rätsel damit fast schon belanglos wirken - wir folgen weiteren Spuren, decken weitere Rätsel auf und erlösen weitere Geister. Die Spielwelt bleibt, bis auf ein unterschiedliches Terrain, immer gleich - eine offene Landschaft mit Sträuchern, Bäumen, Wegen, Hügeln, Siedlungen und Wasserstellen. Was anfangs noch interessant anmutet und Spaß macht, wirkt dann leider doch recht schnell langweilig. Daran ändert auch nichts der Ansatz, dass man während des Spielens leicht verbesserte Waffen findet oder seine Eigenschaften geringfügig durch schwach ausfallende Talente, wie zum Beispiel schnellere Nachladezeiten, verbessern kann. Dieser Aspekt kommt nicht wirklich zum Tragen, es handelt sich allerdings auch nicht um ein reines Rollenspiel. Grafisch ist das Spiel ansehnlich. Übrigens: Die Farbe lässt sich beliebig konfigurierbar über die Einstellungen zurück in das Spiel bringen (für alle, die sich mit der sonstigen Eintönigkeit nicht anfreunden können oder wollen). Das Spiel läuft unter Verwendung der Unreal Engine sehr gut. Gravierende Fehler sind uns nicht aufgefallen. Die Akkustik wirkt passend, macht es auf die Dauer des Spiels gesehen jedoch nicht spannender. Alle, die das Genre mögen, sei ein Blick auf das Spiel empfohlen - bei allen anderen ergibt sich möglicherweise eine Ernüchterung. Potential, das das Spiel durchaus hat, bleibt leider auf der Strecke. Mehr Abwechslung (zum Beispiel durch mehr Gegner-Typen, unterschiedlichere Gebiete und Interaktionen mit der Spiel-Welt und deren Charaktere), eine spannendere Erzählung (vielleicht sogar mit Lippen-Synchronsprechern), könnte das Spiel um einiges interessanter machen, auch für Gelegenheits-Spieler und Genre-Einsteiger. Nichtsdestotrotz haben Genre-Freunde beim nächsten Steam-Angebot nicht all zu viel zu verlieren und dürfen sich über ein recht hübsches und andersartiges Indie-Abenteuer (bei dem es auch einige Steam-Achievements zu erspielen gibt) freuen.