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Clandestine Test-Bericht

Offizielle Links:

Spiel: Clandestine (Steam) | Entwickler und Verleger: Logic Artists (Steam)

Offizielles Video:

Test-Bericht zum Indie-Spiel

Clandestine

Datum: 05. November 2015 | Autor: Hellfire

Clandestine
Clandestine

Hintergrund

Clandestine ist ein in den 90er Jahren angesiedeltes Spionage-Spiel mit Stealth- und Hacking-Elementen. Der Spieler spielt abwechselnd die russische Spionin Katya Kozlova, die die Ziele infiltriert, und den amerikanischen Hacker Martin Symborski, der von einer mobilen Kommandozentrale aus technische und aufklärerische Unterstützung bereitstellt. Neben einer Einzelspieler-Erfahrung bietet Clandestine auch einen kooperativen Modus. Entwickelt und vertrieben wird das Indie-Spiel von Logic Artists, die zuvor das rundenbasierte Strategie- und Rollen-Spiel Expeditions: Conquistador produziert haben.

Handlung

Wir schreiben das Jahr 1996, fünf Jahre nach der Auflösung der Sowjetunion. Eine Kette von Unfällen und Morden an Agenten beider Seiten des Kalten Krieges hat die Welt der internationalen Spionage in Alarmbereitschaft versetzt. Hochrangige Beamte der Nachrichtendienste CIA und FSB haben im Geheimen eine vereinte Einsatzgruppe gegründet und schicken die Spionin Katya Kozlova und den Hacker Martin Symborski auf gefährliche Missionen in Europa und Nord-Amerika, um die Verschwörung zu klären.

Spielerfahrung

Wie bereits in der Einführung angeschnitten, spielen wir abwechselnd die Rolle der Spionin und des Hackers. Während Martin im Einsatzwagen zurückbleibt, dringen wir mit Katya tief in das Einsatzgebiet vor und erfüllen mit Hilfe von Martin die Einsatzziele. Spielerisch gestaltet sich das so, wie man es von einem Stealth-Spiel erwartet. Wir sind nicht mit einer Masse von Waffen und Munition ausgerüstet und schießen uns stumpf an den Gegnern vorbei, sondern versuchen möglichst unbemerkt vorzugehen und keine Spuren zu hinterlassen. Hierfür können wir uns an Gegner heranschleichen und diese lautlos ausschalten oder wir versuchen in Deckung an ihnen vorbeizukommen. Dabei müssen wir auch auf Kameras achten und Hindernisse überwinden, beispielsweise gibt es einige Türen, die einen Zugangscode erfordern.

Genau hier setzt die Unterstützung von Martin an. Als Hacker ist es uns unter anderem möglich, auf die Überwachungs-Kameras zuzugreifen, die Lage auszukundschaften und die Alarm-Bereitschaft auszuschalten. Ferner greifen wir auf Informationen im Netzwerk zu und ermitteln Zugangscodes und Passwörter. Den Zugriff auf die Netzwerke erlangen wir wiederum durch Katya, die entsprechende Modems anbringen kann und es damit Martin erlaubt, auf die Knotenpunkte zuzugreifen. Die Hacking-Elemente haben ebenfalls Hürden in Form von Firewalls und System-Administratoren zu bieten. Auch hier gilt es, das Netzwerk unbemerkt zu infiltrieren. Werden wir hier aufgedeckt, so wird das System zurückgesetzt. Wird Katya bei ihrer Infiltration entdeckt, wird Verstärkung gerufen und sie muss sich mit ihrer knappen Bewaffnung zur Wehr setzen, was je nach Schwierigkeitsgrad schnell zum Scheitern führen kann. Die Missionen können wir übrigens, ähnlich wie in den Hitman-Spielen, mit unterschiedlichen Spiel-Stilen abschließen, entsprechend werden wir bewertet und entlohnt. Der gelegentliche Waffengebrauch ist ebenso möglich, wenn auch eingeschränkt, wie das verdeckte Ermitteln. Insgesamt bietet das Spiel eine recht offene Herangehensweise und mehrere Möglichkeiten.

Die Erzählung des Spiels wird zwischen den Missionen mit Sequenzen in Spielgrafik begleitet. Ähnlich wie in manchen Rollenspielen, haben wir in Dialogen teilweise gewisse Antwortoptionen, wobei sich diese eher unwesentlich auf die eigentliche Handlung auswirken. Außerdem befinden wir uns zwischen den Missionen im Hauptquartier, wo wir unter anderem ein Waffenlager, einen Schießstand und einen Verhörraum vorfinden. Missionen werden, wie soll es anders sein, im Besprechungsraum erläutert. Von hier können wir diese auch starten und ebenso können wir hier Missionen erneut spielen, um besser abzuschneiden. Neben der 17 Level umfassenden Kampagne besteht auch die Möglichkeit, zufällig generierte Missionen mit weniger Hintergrund-Geschichte zu spielen.

Präsentation

Damit kommen wir nun darauf zu sprechen, wie sich Clandestine insgesamt präsentiert, sowohl spielerisch als auch optisch und akustisch. Und hier müssen wir leider zur Erkenntnis kommen, dass uns Clandestine nicht gänzlich überzeugen kann. Das liegt zum einen erst einmal an der oberflächlichen Präsentation. Die Grafik und der Sound machen leider den Eindruck, als stammen sie ebenfalls aus einer früheren Zeit. Die verschiedenen 3D-Modelle, einschließlich der Charaktere, weisen teilweise eine äußerst geringe Polygon-Zahl und nicht immer hochwertige Texturen vor. Auch, wenn man schon sehen kann, dass die Entwickler um eine halbwegs glaubwürdige Spielwelt bemüht waren, mangelt es ingesamt an Qualitäten. Auch von einem Indie-Spiel darf man unserer Meinung nach mehr Details und höher aufgelöste Modelle und Texturen erwarten. Hinzu kommen teils steife Animationen, zum Beispiel Personen, die starr an einem Computer sitzen und mit ihren Fingern mehr auf dem Tisch als auf der Tastatur tippen. Mimiken und Gestiken in Dialogen werden ebenso wenig überzeugend dargestellt, teilweise fehlen hier sogar die Lippenbewegungen. Der Spielcharakter wirkt zum Teil ebenfalls etwas starr, der Blick richtet sich hauptsächlich in eine feste Richtung und gewöhnliche Regungen gibt es eher selten. Auch die Farb-Balance scheint nicht immer ausgewogen zu sein, hin und wieder sieht Clandestine etwas unnatürlich aus. Hinzu kommt, dass sich zum Beispiel Bäume oder Gräser nicht bewegen, wodurch sich der leicht starre und wenig belebte Eindruck noch etwas mehr manifestiert. Manchmal, gerade, wenn mit Licht und Schatten gespielt wird, macht das Spiel aber auch einen besseren Eindruck. Getrübt wird aber auch dieser durch flimmernde Kanten und Flächen. Gerade in nativer Auflösung wirkt das Bild für unseren Geschmack etwas zu unruhig und zu unsauber. Downsampling bietet sich hier förmlich an. Teilweise gibt es bessere Texturen, die zu einem schöneren Bild beitragen. Zudem verleiht die Umgebungsverdeckung, wenn auch in ihrer einfachsten Ausführung, etwas mehr Tiefe. Insgesamt kann man, als Freund von Spielen dieser Art, über die optischen Schwächen hinwegsehen. All zu hohe Ansprüche sollte man allerdings nicht haben. Die Akustik fällt ebenfalls wenig spektakulär aus. Die Vertonung, einschließlich der Dialoge, ist unserer Meinung nach eher unterer Durchschnitt.

Natürlich wissen wir, dass das alleine noch kein Spiel ausmacht. Wie sieht es also mit den Spiel-Elementen aus? Zunächst einmal müssen wir hier die generelle Ausrichtung loben. Das Zusammen-Spiel, Spion und Hacker, haben wir so noch nicht gesehen. Das wirkt durchaus frisch und wissen wir zu schätzen. All zu sehr in die Tiefe geht das Spiel dabei allerdings nicht. Zum Beispiel können wir nicht wie in manchen, vergleichbaren Spielen, ausgeschaltete Gegner in Deckung ziehen, verhören und verschwinden lassen. Ebenso wenig besteht die Möglichkeit, die eigene Identität durch eine Verkleidung zu verschleiern. Auch Lichter können wir nicht ausschalten oder ausschießen, um die Dunkelheit zu nutzen. Dafür dürfen wir jedoch Gegner mit ferngesteuerten Sendern ablenken. An der technischen Umsetzung mangelt es ebenfalls etwas. Die Steuerung, der auch ein Deckungs-System zugrunde liegt, könnte flüssiger ausfallen. Beispielsweise lösen wir uns nicht automatisch aus der Deckung, sondern nur auf Knopfdruck. Aus der Deckung heraus können wir nahe Gegner ausschalten und uns um Ecken bewegen, allerdings können wir nicht von Deckung zu Deckung springen. Die künstliche Intelligenz macht teilweise einen etwas dümmlichen Eindruck. Zudem hat das Spiel vereinzelt mit Fehlern zu kämpfen, beispielsweise, wenn Gegner mitten auf dem Rand einer Treppe und dann wieder direkt darunter auf dem Boden stehen. Hinzu kommt die schwache Inszenierung der Handlung, die, wie bereits erläutert, vor allem aufgrund der dürftigen Präsentation wenig beeindruckt. Unter anderem wirken auch die Dialoge und Kommentare, die die Gegner in der Spielwelt führen und von sich geben, etwas aufgesetzt. Uns fehlt zudem die wirkliche Motivation, die vielen Informationen in Form von E-Mails und Notiz-Zetteln wirklich lesen zu wollen, da die Geschichte nicht sonderlich interessant vorgetragen wird. Vielleicht liegt es zum Teil auch an der Thematik, die uns persönlich eventuell weniger packt, als andere Spieler. Die Hacking-Elemente nutzen wir vornehmlich, um Kameras auszuschalten und Zugangsdaten zu ergattern. Die Spielwelt ist recht schnell überblickt und mit etwas Geschick zügig durchgespielt. Die Grundlagen hat man, auch dank einführenden Erklärungen, in kurzer Zeit verinnerlicht.

Einschätzung

Potentiell weckt Clandestine unser Interesse, da wir tendenziell gerne Spiele dieser Art spielen. Die Umsetzung davon überzeugt uns aber, wie bereits im Test ausgeführt, sowohl spielerisch, als auch optisch, nicht zur vollen Zufriedenheit. Die Erzählung schafft es nicht, uns mitzunehmen. Spielerisch fällt Clandestine aufgrund seiner durchaus anspruchsvolleren Spiel-Elemente, vor allem dem Wechsel-Spiel zwischen Katya und Martin, interessanter und spielenswerter aus. Hier müssen wir auch die Möglichkeit loben, diese Spiel-Erfahrung zu zweit im Koop-Modus machen zu dürfen. Wer genau das sucht, wird vielleicht seinen Spaß mit Clandestine finden, auch, wenn es optisch und akustisch nicht zu den besten, aber auch nicht zu den schlechtesten Indie-Spielen gehört und eventuell etwas Potential ungenutzt lässt. Angesichts der Schwächen wirkt der Preis von aktuell 26,99 Euro möglicherweise weniger attraktiv. Zudem ist das Spiel ausschließlich auf Englisch, sowohl die Texte, als auch die Sprach-Ausgabe, und bringt damit unter Umständen für manche Spieler eine Sprach-Barriere mit sich. Wir empfehlen, sich vor dem Kauf erst einen eigenen Eindruck über das Spiel zu verschaffen, zum Beispiel durch ein aufschlussreiches Let's Play Video auf YouTube.

Test-System:

Microsoft Windows 10 Pro (64 Bit)
Intel Core i5-3570K (4,2 GHz)
NVIDIA GeForce GTX 680 (2048 MB)
8192 MB DDR3-RAM (1600 MHz)
ASUS P8Z77-V (Intel Z77)
Samsung SSD 830 Series (128 GB)

Offizielle Bilder:

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