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The Golf Club Test-Bericht

Offizielle Links:

Spiel: The Golf Club (Steam) | Entwickler und Verleger: HB Studios (Steam)

Offizielles Video:

Test-Bericht zum Golf-Spiel

The Golf Club

Datum: 23. September 2015 | Autor: Hellfire

Hintergrund

Hat The Golf Club das Potential die Lücke, die ein für den PC fehlender, aktueller Ableger der namhaften Golf-Simulation Tiger Woods PGA Tour aufgerissen hat, zu füllen? Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns den neben Perfect Golf derzeit einzigen Anwärter auf Steam angesehen und werden in gebotener Kürze erläutern, warum wir den Schwung gleich zu Beginn aus dem Schläger nehmen müssen.

Spielerfahrung

Zunächst einmal fassen wir zusammen, was The Golf Club theoretisch zu bieten hat. Die Golf-Simulation umfasst neben wenigen mitgelieferten Golf-Plätzen, die einzeln oder in Turnieren, sowohl offline als auch online, gespielt werden können, einen Platz-Editor, der sich durchaus gewisser Beliebtheit erfreuen kann und zur Beisteuerung weiterer Plätze führt. Der Spieler kann seine Spiel-Figur minimal anpassen und erspielt sich, wie man es von Golf kennt, sein eigenes Handicap. Die Anpassungs-Möglichkeiten sind allerdings nicht mit denen von zum Beispiel Tiger Woods PGA Tour zu vergleichen. Die Golf-Regeln werden adäquat umgesetzt, die Ball-Physik wirkt durch den Schlag und Wind- und Wetter-Verhältnisse realistisch und allgemein ist der Anspruch beziehungsweise die Schwierigkeit hoch. Was sich potentiell nach einem soliden Golf-Spiel anhört und sich aufgrund so gut wie keiner Konkurrenz, zumindest auf dem PC, anbietet, enttäuscht uns leider recht schnell.

Als einsteigerfreundlich kann man The Golf Club nicht bezeichnen. Das Spiel führt den Spieler nicht an die Golf-Simulation heran und überlässt ihm alles. Wer noch kein Golf, weder real noch virtuell, gespielt hat, hat es zunächst einmal schwer, sich zurecht zu finden. Das gilt vor allem für die Steuerung, denn nichts ist in einer Golf-Simulation so wichtig wie ein guter Schlag. Wir haben The Golf Club sowohl mit Maus- und Tastatur als auch Gamepad gespielt und sind vor allem aus zwei Gründen nicht überzeugt. Die Golf-Simulation setzt wie zuletzt das von der Konsole bekannte Tiger Woods PGA Tour auf die Schwung-Mechanik. Das heißt, die Weite des Schlags wird durch den ausgeholten Schwung und dessen Geschwindigkeit bestimmt, ebenso natürlich die Präzision. Der Schwung erfolgt dabei jedoch über die vertikale Maus- oder Stick-Bewegung. Anders als in Tiger Woods PGA Tour wird dem Spieler jedoch während des Schlags die Stärke nicht signalisiert - ebenso wenig wie die Aufschlags-Zone. Erst nach dem Ausholen und Schlag erhält man die Information über ersteres und über die Präzision des Schlags. Letztere sieht man natürlich selbst an der Flug-Kurve des Golf-Balls. Hier kann schnell Frust aufkommen. Zum einen wird der Spieler nicht herangeführt, zum anderen wird es ihm erschwert, die Steuerung nachzuvollziehen und letztlich zu beherrschen. Eine alternative Steuerungs-Möglichkeit mit Balken und automatischer Schwung-Ausführung, bei der es auf rechtzeitige Klicks und die richtige Schlägerauswahl ankommt, so wie man es aus anderen Golf-Spielen oder früheren Tiger Woods PGA Tour Titeln kennt, gibt es leider nicht einmal optional. Insgesamt ist die Steuerung in The Golf Club nicht nur undurchsichtig, sondern dadurch oft ungenau zu spielen. Es fällt uns zumindest schwer mit einer der beiden Eingabe-Möglichkeiten wiederholt präzise Schläge auszuführen. Zu oft liegt man einfach daneben. Unterstützt der Maus-Treiber das Ausrichten am Winkel, vereinfacht sich die Handhabung etwas. Aber das ist keine schöne Lösung. Gerade beim Putten, wo es auf Feinheiten ankommt, gestaltet es sich unnötig hakelig, sodass man sich noch öfter schnell ärgern kann, wenn der Ball vorbei geht oder schlicht über das Loch hinaus rollt. Hier hat der Ball angesichts der unzugänglichen Steuerung physikalisch oft zu viel Drall, das zu kontrollieren ist schwerer als in Tiger Woods PGA Tour. Unserer Meinung nach erfordert die Steuerung somit zu viel Eingewöhnung und Wohlwollen des Spielers. Dieser Umstand verschlechtert sich darüber hinaus durch die allgemeine schlechte Performance und stufige Schwung-Haltung der Spiel-Figur. Auch hier ist kein Vergleich zu Tiger Woods PGA Tour zu sehen, wo nicht nur die Spiel-Figur die bessere Figur macht.

Präsentation

Damit kommen wir an dieser Stelle schon auf die Präsentation zu sprechen, denn nicht nur die Spiel-Figur wirkt etwas zu steif, fast wie eine Schaufenster-Puppe, auch die sonstige Präsentation von The Golf Club fällt nur bedingt zeitgemäß aus. Die Plätze sind für unser Empfinden etwas zu halbherzig umgesetzt. Während die unterschiedlichen Rasenflächen, Bunker und Teiche noch typisch anmuten, lässt das Spiel sonst an Qualitäten leicht vermissen. Die Blumen, Büsche und Bäume sind fast nur, wie wir finden, in höchster Detail-Stufe grafisch ansehnlich. Weitere Details halten sich äußerst in Grenzen oder sind schlicht nicht vorhanden. Wer die offiziellen Plätze aus Tiger Woods PGA Tour kennt, wird die Plätze in The Golf Club fast - abgesehen vom Gelände - als langweilig empfinden. Neben wenig Flora und Fauna gibt es kaum mehr Details. Gerade, wenn man sich des Editors bedient, fehlen einem weiterreichende Möglichkeiten, einen wirklich umfänglichen Golf-Platz zu gestalten. Hier bleibt das Golf-Spiel etwas zurück. Doch auch so hat The Golf Club, zumindest auf unserem Rechner, schon zu kämpfen. Für beispielsweise noch mehr Details, eine höhere Polygonzahl, geschmeidigere Animationen und eine effektivere Kantenglättung reicht es wahrscheinlich einfach nicht. In nativer 1080p Auflösung schafft es das Spiel selbst auf mittlerer Grafik-Stufe, und die sieht wirklich schon nicht mehr ganz so gut aus wie man es von einem PC-Spiel heute erwartet, nur auf magere 30 Bilder pro Sekunde im Schnitt. Auf hoher Stufe fällt es dann gerne auf bis zu 20 Bilder pro Sekunde - oder sogar darunter - ab. Unter hohen Einstellungen und hoher Auflösung sieht das Spiel insgesamt noch recht ordentlich und annehmbar aus, aber es läuft mit unserem PC nun einmal nicht rund und das Problem sehen wir dabei weniger bei unserer Hardware, die mit aufwendigeren und deutlich hübscheren Spielen ganz klar besser als mit The Golf Club zurechtkommt. Das macht natürlich einiges zu nichte. Bei reduzierten Einstellungen, gerade was die Anzahl der Bäume und deren Qualität betrifft, lässt sich nur unwesentlich mehr Leistung entfalten, enttäuscht also immer noch - wenn man dann mal die noch unschönere Optik außen vor lässt. Durchgängig 60 Bilder pro Sekunde sind mit unserem System in Full HD nicht vernünftig machbar. Gerade bei einer Golf-Simulation, die mit einer plausiblen Ball-Physik und einer Schwung-Mechanik, zu der es wie bereits geschrieben nicht einmal eine Stärke-Anzeige gibt, aufwartet, muss die Steuerung und Wiedergabe absolut flüssig sein und das erreicht The Golf Club nicht. Wir haben vor unserem Test auf der Xbox 360 Tiger Woods PGA Tour 13 gespielt und finden damit das eindeutig bessere Golf-Spiel vor. Spielerisch und grafisch ist es, trotz seines Alters und der Plattform, The Golf Club überlegen. Auch der Kommentar in Tiger Woods PGA Tour 13 nervt wesentlich weniger als der oft unplatzierte Kommentar in The Golf Club - aber das lässt sich zum Glück über die Einstellungen regeln.

Einschätzung

Abschließend müssen wir leider konstatieren, dass The Golf Club unsererseits keine Empfehlung darstellt. Uns persönlich kann es eher nicht zufriedenstellen, vor allem aufgrund mangelhafter, technischer Umsetzung. Über leichte Grafik-Schwächen könnte man noch hinweg sehen, aber die Leistung und Funktionalität muss stimmen. Der Editor ist zwar ein lobenswerter Bestandteil, theoretisch steht er also bereit, um den Spiel-Spaß auszuweiten, aber praktisch macht uns die Golf-Simulation selbst zu wenig Spaß, um wirklich am Golf-Ball zu bleiben. Die Spiel-Erfahrung insgesamt müsste wesentlich runder und ausgereifter ausfallen. Wer ein Golf-Fan ist, wird wahrscheinlich über eine Konsole und Tiger Woods PGA Tour verfügen, denn ernste Alternativen gibt es nicht wirklich, leider eben auch nicht mit The Golf Club auf dem PC. Zudem erscheint uns der Preis von fast 30 Euro für dieses Paket und diesen Zustand als etwas zu teuer, zumal auf Steam der separat ausgekoppelte Download-Inhalt noch einmal mit rund 10 Euro zur Kasse bittet und eigentlich von Anfang an Bestandteil hätte sein dürfen. Hier hilft nur die seit Kurzem im Handel erhältliche und von Ravenscourt vertriebene Collector's Edition, denn diese umfasst den gesamten Spiel-Inhalt und ist zudem über 10 Euro günstiger als die Standard-Edition zu haben. Die Box-Version muss übrigens ebenso auf Steam aktiviert werden. Die einzige Alternative auf Steam wäre das günstigere, aber grafisch offensichtlich noch schwächere Perfect Golf, zu dem wir uns bisher leider keine Meinung bilden konnten. Für Konsolen-Spieler ist The Golf Club vermutlich am wenigsten eine Überlegung wert, hier sollte man aus unserer Sicht bei Tiger Woods PGA Tour bleiben. Wir hätten uns gewünscht, zu einem positiverem Resümee zu kommen, denn wir möchten einen ernstzunehmenden Konkurrenten für Tiger Woods PGA Tour auf dem PC sehen, wenn Electronic Arts selbst scheinbar nicht mehr diesen Markt bedienen möchte.

Test-System:

Microsoft Windows 8.1 (64 Bit)
Intel Core i5-3570K (4,2 GHz)
NVIDIA GeForce GTX 680 (2048 MB)
8192 MB DDR3-RAM (1600 MHz)
ASUS P8Z77-V (Intel Z77)
Samsung SSD 830 Series (128 GB)