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The Vanishing of Ethan Carter Test-Bericht (Seite 1)

Testbericht zur PC-Version

The Vanishing of Ethan Carter

Datum: 29. September 2014 | Autor: Hellfire


USK 16

Vorwort

The Vanishing of Ethan Carter ist ein Indie-Abenteuer vom unabhängigen Entwickler-Studio The Astronauts aus Warschau, Polen. Es ist seit dem 25. September 2014 vorläufig nur als PC-Version für Microsoft Windows (Valve Steam) erhältlich. Eine Konsolen-Version soll nächstes Jahr für Sonys PlayStation 4 folgen. Das Spiel konzentriert sich einzig und alleine auf die Erkundung und Entdeckung der offenen Spielwelt und den in ihr verborgenen Geschichten - und legt den Fokus dabei mehr auf die Atmosphäre und Stimmung als auf die enthaltenen Rätsel. Der Spieler spielt aus der Ich-Perspektive heraus den okkult-gesinnten Detektiv Paul Prospero. Dieser verfügt über paranormale Fähigkeiten, die ihm helfen, das Verschwinden eines Jungen namens Ethan Carter, der ihm einen Brief schrieb und sich in Gefahr wähnte, aufzuklären.


The Vanishing of Ethan Carter

Das Abenteuer

Zu Beginn des Abenteuer-Spiels findet sich der Spieler als Detektiv Paul Prospero am Ende eines Zug-Tunnels in Red Creek Valley wieder. Von hier aus macht er sich auf, das dunkle Geheimnis der Gegend zu lüften. In der Landschaft sind einige Rätsel und Hinweise, zum Beispiel in Form von Zeitungsausschnitten und Schriftstücken, versteckt. Diese heißt es zu entdecken und aufzudecken und so die Geschichte Stück für Stück zusammen zu führen. Das Schema, nachdem vorgegangen wird, wiederholt sich dabei im Grunde, gestaltet sich aber nicht langweilig. Um es anschaulich zu beschreiben und ohne zu viel vom Spiel vorwegzunehmen, nur ein Beispiel: Auf einer Bahnschiene finden wir zertrennte Körperteile, ein paar Meter weiter entdecken wir den Körper des Opfers. Wir müssen nun herausfinden, was mit dieser Person passiert ist, folgen den Spuren und analysieren die nähere Umgebung. Dabei stoßen wir auf Objekte, die wir logisch zusammenführen können, so bewegen wir unter anderem einen Zug an eine bestimmte Stelle. Sobald wir diese Aufgaben geschafft haben, kann sich unser Detektiv mittels seiner paranormalen Fähigkeit näher in das Opfer beziehungsweise Geschehen hineinversetzen, weitere Beteiligte aufdecken und das Schauspiel, das sich zugetragen hat, in die korrekte Reihenfolge bringen. Anschließend spult sich das Szenario vor unseren Augen ab.

Offene Spielwelt

Nahezu grenzenlos scheint sich die Spielwelt zunächst zu gestalten. Wir überblicken gleich am Anfang des Spiels ein großes und bewaldetes Gebirge mit Bahnschienen, Wegen, Seen, Brücken, Gebäuden und später einer dunklen Mine, in der etwas auf uns wartet. Doch all zu offen und komplex ist die vorliegende Spielwelt allerdings nicht. Der Spieler muss sich keine Sorgen machen, dass er sich verläuft. Die Entwickler haben es geschafft, eine offen und weitläufig wirkende Spielwelt, die glaubwürdig rüberkommt, zu schaffen - ohne, dass der Spieler überfordert wird, auch nicht von den Rätseln, die sich verhältnismäßig einfach lösen lassen. Die Gebiete sind aufgrund der gelungenen Gestaltung sinnvoll der Reihe nach zu erkunden und die verborgenen Geheimnisse und Geschichten zu entdecken. Künstliche Grenzen der Spielwelt machen sich also kaum, schon gar nicht negativ, bemerkbar. Etwas erinnert die Gestaltung der Landschaft an Dear Esther und Alan Wake, die in diesem Aspekt optisch ähneln und ähnlich gut gelungen sind.

Atmosphäre

Dank des offensichtlichen Talents der Entwickler und der zugrundeliegenden Unreal Engine 3 präsentiert sich The Vanishing of Ethan Carter optisch hervorragend. Nicht nur die Gestaltung der Spielwelt selbst, sondern auch die technische Umsetzung ist beeindruckend gelungen. Kaum ein Spiel wirkt so glaubwürdig und natürlich wie dieses Indie-Abenteuer. Neben den zu entdeckenden Geheimnissen macht es Spaß, die Landschaft zu bestaunen. Dies ist auch ungetrübt möglich, da es Bildschirm-Einblendungen nur dann gibt, wenn man zum Beispiel Schriftstücke liest oder ein Objekt untersucht. Etwas mehr Dynamik und Bewegung, zum Beispiel in Form von Wetter und Tieren, könnte dem Spiel jedoch vielleicht noch gut stehen. Die Grafik- und Sound-Effekte, die zur Lösungs-Findung dienen, verleihen dem Spiel dazu noch etwas Pep. Das Gesamtbild ist aufgrund zeitgemäßer Technik, fast fotorealistischen Texturen und Liebe zum Detail sehr überzeugend. Die hervorragende Atmosphäre wird nicht nur durch die ausgezeichnete Optik, sondern auch durch eine ebenfalls gelungene akustische Untermaltung betont. Die Geräusch-Kulisse und die Musik passen wunderbar zur Präsentation, genauso wie die Synchronstimme des Detektivs Prospero.

Spielerfahrung

Da die Spielzeit von The Vanishing of Ethan Carter kurz ausfällt, wird an dieser Stelle nicht viel mehr über die eigentliche Handlung verraten, diese soll jeder Spieler für sich selbst erschließen - ebenso wie die Art und Weise, wie die Rätsel nach dem oben erläuterten Schema zu lösen sind. Je nachdem, wie viel Zeit man sich lässt, ist das Spiel wahrscheinlich in rund 4 Stunden geschafft. In dieser Zeit weiß nicht nur die Spielwelt, sondern genauso die Erzählung zu gefallen. Erwähnenswert ist dabei auch, dass das Spiel in einem Durchgang, also unterbrechungsfrei, durchgespielt werden kann. Mit Ausnahme des erstmaligen Ladens gibt es keine lästige Unterbrechung. Vergessen werden sollte dabei auch nicht ein Wort zum Speichersystem: Das Spiel speichert eigenständig nach jedem erfüllten Rätsel. Wer vorher aussteigt, muss gegebenenfalls beim nächsten Laden des Spiels ein paar Schritte wiederholen. Dies geht allerdings nach entsprechender Vorkenntnis relativ schnell. Ein manuelles Speichern ist leider nicht möglich. Möglich sind dafür zahlreiche Anpassungen in Bezug auf die Grafik, sodass das Spiel für jedes System entsprechend angepasst werden kann. Die grundsätzliche Leistung und Spielerfahrung ist zufriedenstellend. Die auf Seite 2 angehängten Bilder entstanden in der Auflösung 2160p (4K). In dieser wurde das Spiel vom Anfang bis zum Ende ohne Probleme durchgespielt. Wer vorab noch mehr von The Vanishing of Ethan Carter sehen möchte, der sollte sich die Videos auf Seite 3 ansehen.


The Vanishing of Ethan Carter

Abschließende Zusammenfassung

The Vanishing of Ethan Carter kann fast schon, wie vielleicht auch das Indie-Abenteuer Dear Esther, als Kunstwerk betrachtet werden. Die visuelle und akustische Präsentation sucht seines Gleichen. Ganz eindeutig liegt der Fokus auf Atmosphäre und Stimmung. Manchen Spielern mögen die Rätsel vielleicht zu einfach sein. Wie die Entwickler selbst verlautbaren, liegt das Hauptaugenmerk nicht einzig auf der Detektivarbeit. Die Spielerfahrung selbst ist ausgesprochen gut. Das Spiel gestaltet sich abwechslungsreich und langweilt zu keiner Zeit. Wer sich auf diese Spielerfahrung und auf eine Spielzeit von rund 4 Stunden einlassen will, ist mit dieser Episode gut beraten - vor allem, wenn sich das Spiel bei nächster Gelegenheit günstig in einem Angebot auf Steam erwerben lässt. Wir würden uns gerne mehr Spiele von dieser Sorte wünschen und würden es begrüßen, weitere Titel dieser Art vom polnischen Entwickler-Studio zu sehen - vielleicht etwas tiefgründiger und anspruchsvoller, wenn es die Entwicklungszeit demnächst zulässt. Zudem muss abschließend noch darauf hingewiesen werden, dass das Spiel aktuell nicht in deutscher, sondern nur in englischer Sprache vorliegt. Dies könnte sich bis zur Veröffentlichung der PlayStation-4-Version ändern. Außerdem nutzt The Vanishing of Ethan Carter als Steam-Spiel derzeit nur die Steam-Sammelkarten, nicht jedoch die Online-Speicherung und keine Steam-Errungenschaften - auch dies könnte sich in Kürze noch ändern.

Test-System:

Microsoft Windows 7 (64 Bit)
Intel Core i5-3570K (4,2 GHz)
NVIDIA GeForce GTX 680 (2048 MB)
8192 MB DDR3-RAM (1600 MHz)
ASUS P8Z77-V (Intel Z77)
Samsung SSD 830 Series (128 GB)